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Lohnsteuer 2001 - zurück


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Lohnsteuer 2001

 

 

 

Können Sie durch Freibeträge Steuern sparen?

Durch die Eintragung eines Freibetrags auf der Lohnsteuerkarte ermäßigt sich die Lohnsteuer, die der Arbeitgeber von Ihrem Arbeitslohn einbehalten muss.

Freibeträge können Sie beim Finanzamt beantragen, wenn Sie bestimmte Aufwendungen haben oder Ihnen Pauschbeträge zustehen. Ein Freibetrag wird jedoch nicht in allen Fällen eingetragen, in denen steuerlich zu berücksichtigende Aufwendungen vorliegen. Im Einzelnen gilt folgendes:

Für Vorsorgeaufwendungen wird ein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte in keinem Fall eingetragen. Vorsorgeaufwendungen sind insbesondere die Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung sowie Beiträge zu privaten Kranken-, Pflege-, Unfall-, Haftpflicht-, Lebens- oder Todesfallversicherungen. Die Vorsorgeaufwendungen werden bei der Lohnsteuer durch eine Vorsorgepauschale berücksichtigt, die in den Lohnsteuertabellen eingearbeitet ist. Die Vorsorgepauschale berücksichtigt Vorsorgeaufwendungen im Rahmen bestimmter Höchstbeträge. Wenn Ihnen höhere Vorsorgeaufwendungen entstehen, die im Rahmen der hierfür geltenden Sonderausgaben-Höchstbeträge berücksichtigt werden können, können Sie diese bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer geltend machen.

Ein Antrag auf Eintragung eines Freibetrags wegen erhöhter Werbungskosten, erhöhter Sonderausgaben oder außergewöhnlicher Belastungen kann nur dann gestellt werden, wenn die Aufwendungen bzw. die abziehbaren Beträge insgesamt eine Antragsgrenze von 1200 DM überschreiten. Für die Feststellung, ob die Antragsgrenze überschritten wird, dürfen die Werbungskosten nicht in voller Höhe, sondern nur mit dem Betrag angesetzt werden, der den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 2000 DM übersteigt (Näheres folgt). Verheiratete Arbeitnehmer können den Antrag stellen, wenn die hiernach zu berücksichtigenden Aufwendungen bzw. die abziehbaren Beträge beider Ehegatten zusammen mehr als 1200 DM betragen.

Für die Eintragung der Pauschbeträge für Behinderte und Hinterbliebene, des Freibetrags zur Förderung des Wohneigentums oder wegen negativer Einkünfte aus anderen Einkunftsarten, des Freibetrags bei Steuerklasse VI sowie der Freibeträge für Kinder in Sonderfällen gilt die Antragsgrenze nicht. Siehe hierzu die Berücksichtigung von Beiträgen ohne 1200 DM-Grenze .

Wer einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lässt, ist verpflichtet, nach Ablauf des Kalenderjahrs unaufgefordert eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Ausgenommen sind die Fälle, in denen auf der Lohnsteuerkarte lediglich der Pauschbetrag für Behinderte oder der Pauschbetrag für Hinterbliebene eingetragen worden ist.

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Lohnsteuerkarte 2001

Übergeben Sie bitte Ihre Lohnsteuerkarte 2001 möglichst bald Ihrem Arbeitgeber. Benötigen Sie im Kalenderjahr 2001 voraussichtlich keine Lohnsteuerkarte, so senden Sie bitte die Karte mit einem entsprechenden Vermerk an die Gemeinde zurück, die sie ausgestellt hat.

Keine Lohnsteuerkarte bekommen?

In dies im November der Fall wenden Sie sich bitte an Ihre Gemeinde. Es kann nämlich vorkommen, dass eine Lohnsteuerkarte versehentlich nicht ausgestellt worden ist.

Zuständige Gemeinde

Sie erhalten die Lohnsteuerkarte von der Gemeinde, in der Sie am 20. September 2000 mit Ihrer Wohnung, bei mehreren Wohnungen mit Ihrer Hauptwohnung, gemeldet waren. Für Ehegatten gilt die gemeinsame Hauptwohnung. Wenn Ehegatten nicht mit einer gemeinsamen Hauptwohnung gemeldet waren, wird die Lohnsteuerkarte von der Gemeinde ausgestellt, in der der ältere Ehegatte am 20. September 2000 mit Hauptwohnung gemeldet war.

Eintragungen prüfen,

bevor Sie die Karte Ihrem Arbeitgeber aushändigen! Wichtig ist, dass Ihr Geburtsdatum, die Steuerklasse, die Religionszugehörigkeit und die Zahl der Kinderfreibeträge für Kinder unter 18 Jahren richtig eingetragen sind. Für die Eintragung dieser Merkmale sind die Verhältnisse am 1. Januar 2001 maßgebend.

Kirchensteuer

Auf Ihrer Lohnsteuerkarte ist unter "Kirchensteuerabzug" eine Abkürzung für Ihre Religionsgemeinschaft eingetragen. Gehören Sie keiner Religionsgemeinschaft an, für die Kirchensteuer von den Finanzbehörden erhoben wird, so sind zwei Striche "- -" eingetragen. Neben Ihrer Religionsgemeinschaft wird eine Abkürzung für die Religionsgemeinschaft Ihres Ehegatten nur dann eingetragen, wenn dieser einer anderen erhebungsberechtigten Religionsgemeinschaft angehört. Aus der Nichteintragung des Kirchensteuermerkmals für Ihren Ehegatten kann deshalb nicht geschlossen werden, dass dieser keiner Religionsgemeinschaft angehört.

Stimmen die Eintragungen?

Wenn Sie unrichtige Eintragungen feststellen, so lassen Sie diese bei der Gemeinde, die Ihre Lohnsteuerkarte 2001 ausgestellt hat, umgehend berichtigen. Die Eintragungen dürfen nicht von Ihnen oder Ihrem Arbeitgeber geändert werden. Bei einem Wohnungswechsel brauchen Sie Ihre Anschrift auf der Lohnsteuerkarte nicht ändern zu lassen.

Sind die Eintragungen zu günstig?

Wenn die Eintragungen günstiger sind, als es Ihren Verhältnissen am 1. Januar 2001 entspricht, sind Sie gesetzlich verpflichtet, Ihre Lohnsteuerkarte umgehend von der Gemeinde ändern zu lassen. Die Gemeinde ist auch berechtigt, für eine Berichtigung die Vorlage Ihrer Lohnsteuerkarte zu verlangen. Wenn Sie Ihre Lohnsteuerkarte nicht ändern lassen, kann das Finanzamt die zu wenig gezahlte Lohnsteuer nachfordern. Sie müssen die Lohnsteuerkarte z.B. ändern lassen,

  • wenn die Gemeinde eine günstigere Steuerklasse oder eine höhere Kinderfreibetragszahl eingetragen hat, als Ihnen zusteht;
  • wenn Sie zum 1. Januar 2001 von Ihrem Ehegatten entweder dauernd getrennt leben oder geschieden sind;
  • bei Tod eines Kindes vor dem 1. Januar 2001.

Bei dauernder Trennung, Ehescheidung, Tod eines Kindes oder Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen für die Berücksichtigung eines Kindes im Laufe des Jahres 2001 brauchen Sie Ihre Lohnsteuerkarte nicht ändern zu lassen.

Wenn sich was ändert...

z.B. durch Ihre Heirat oder durch Geburt eines Kindes, so können Sie die Eintragungen auf Ihrer Lohnsteuerkarte ändern lassen. Der Antrag auf Änderung der Steuerklasse oder der Zahl der Kinderfreibeträge muss jedoch spätestens am 30. November 2001 gestellt sein.

Ist für jeden Ehegatten eine Lohnsteuerkarte ausgestellt worden, sollten Sie dem Antrag beide Lohnsteuerkarten beifügen.

Ist Ihre Lohnsteuerkarte weg?

Wenn Ihre Lohnsteuerkarte verloren gegangen, unbrauchbar geworden oder zerstört worden ist, stellt Ihnen die Gemeinde gegen eine Gebühr eine Ersatzlohnsteuerkarte aus.

Wo verbleibt die Lohnsteuerkarte?

Nach Ablauf des Jahres muss Ihr Arbeitgeber die ausgefüllte Lohnsteuerkarte beim Finanzamt einreichen oder sie Ihnen auf Verlangen aushändigen, wenn Sie die Karte für Ihre Einkommensteuererklärung benötigen. Wenn sich die abgelaufene Lohnsteuerkarte bereits in Ihrem Besitz befindet, z.B. weil Sie am Schluss des Kalenderjahrs nicht in einem Dienstverhältnis standen, so müssen Sie die Karte - falls sie nicht ohnehin Ihrer Einkommensteuererklärung beizufügen ist - bis zum 31. Dezember 2002 dem Finanzamt einsenden. Die für Sie ausgestellte Lohnsteuerkarte 2001 ist Grundlage für die Berechnung des Gemeindeanteils an der Lohnsteuer. Jede Lohnsteuerkarte, die dem Finanzamt nicht zurückgegeben wird, mindert deshalb das Steueraufkommen Ihrer Gemeinde.

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Euro im Lohnsteuerverfahren

Auf der Lohnsteuerkarte und in der Lohnsteuerbescheinigung sind alle Beträge in DM einzutragen. Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber den Lohn in Euro abrechnet. Auch im Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung sind alle Beträge in DM anzugeben. In Euro angefallene Aufwendungen, die Sie steuerlich geltend machen wollen, müssen Sie deshalb in DM umrechnen. Der Umrechnungskurs für einen Euro beträgt 1,95583 DM. Das Ergebnis ist kaufmännisch zu runden. Dabei ist auf volle Pfennige abzurunden, wenn die dritte Stelle nach dem Komma weniger als 5 beträgt; es ist aufzurunden, wenn die dritte Stelle mindestens 5 beträgt.

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Daran müssen Sie selber denken

Was Sie selber tun müssen, wollen wir Ihnen in diesem Bericht erläutern. Er soll Ihnen helfen, Ihre Steuerprobleme leichter zu lösen. Beachten Sie jedoch, dass diesem Artikel die Rechtslage nach dem Stand vom 15. Juli 2000 zugrunde liegt. Eventuelle Änderungen steuerlicher Vorschriften nach diesem Zeitpunkt konnten nicht mehr berücksichtigt werden. Besonders wichtig sind: Die Steuerklassen und das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren. Daneben gibt es die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber Arbeitslohn aus einer geringfügigen Beschäftigung (sog. 630-DM-Arbeitsverhältnisse) unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei auszahlt (Seite 29). Vergessen Sie auch nicht, dass Sie zum Ausgleich der 2000 überzahlten Lohnsteuer bis zum 31. Dezember 2002 eine Veranlagung zur Einkommensteuer beantragen können (Seite 30). Das Finanzamt wird dazu Vordrucke mit besonderen Erläuterungen bereithalten.. Bei der steuerlichen Behandlung der im Inland beschäftigten Staatsangehörigen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aus Liechtenstein, Norwegen und Island gelten Sonderregelungen, auf die im nachfolgenden Text aus Platzgründen nicht näher eingegangen werden konnte. Auskünfte hierüber können Sie jedoch von Ihrem Finanzamt erhalten.

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Darum brauchen Sie sich nicht zu kümmern

Die Lohnsteuer soll möglichst einfach erhoben werden. Eine Reihe von Frei- und Pauschbeträgen ist deshalb bereits in den Lohnsteuertabellen eingearbeitet: der Grundfreibetrag der Arbeitnehmer-Pauschbetrag für Werbungskosten, der Pauschbetrag für Sonderausgaben sowie die Vorsorgepauschale und (bei Steuerklasse II) der Haushaltsfreibetrag. Alle diese Beträge werden bei der Steuerberechnung berücksichtigt, ohne dass Sie einen Extra-Antrag stellen müssen. Auch der Freibetrag bei Versorgungsbezügen und der Altersentlastungsbetrag bei Rentnern und Pensionären, die weiter arbeiten, werden vom Arbeitgeber ohne Ihr Zutun angerechnet.

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Steuerklassen und deren Wahl

Steuerklassen

Die Steuerklassen sind für die Höhe der Lohnsteuer besonders wichtig. Welche Steuerklasse für Sie in Frage kommt, können Sie den nachstehenden Erläuterungen entnehmen.

Steuerklasse I

gilt für ledige und geschiedene Arbeitnehmer sowie für verheiratete Arbeitnehmer, deren Ehegatte im Ausland wohnt oder die von ihrem Ehegatten dauernd getrennt leben. Verwitwete Arbeitnehmer gehören ebenfalls in die Steuerklasse I, wenn der Ehegatte vor 2000 verstorben ist.

Steuerklasse II

gilt für die zu Steuerklasse I genannten Arbeitnehmer, wenn ihnen der Haushaltsfreibetrag zusteht, weil in ihrer Wohnung im Inland mindestens ein Kind - mit Haupt- oder Nebenwohnung - gemeldet ist, das auf ihrer Lohnsteuerkarte unter der Kinderfreibetragszahl zu berücksichtigen ist oder für das sie Kindergeld erhalten. Ist ein Kind während des Kalenderjahrs bei beiden Elternteilen gemeldet, so wird es für den Haushaltsfreibetrag einem von ihnen zugeordnet. Liegt ein Zuordnungsfall vor und ist das Kind im Laufe des Kalenderjahrs erst in der Wohnung der Mutter und später in der Wohnung des Vaters gemeldet oder umgekehrt, so wird das Kind dem Elternteil zugeordnet, in dessen Wohnung es im Kalenderjahr zuerst gemeldet war. Ist das Kind zu Beginn des Kalenderjahrs bei beiden Elternteilen gemeldet, wird es der Mutter zugeordnet oder mit deren Zustimmung dem Vater. Ein Kind kann für den Haushaltsfreibetrag auch einem Großelternteil zugeordnet werden. Das Wahlrecht steht in diesem Fall der Mutter oder, wenn das Kind gleichzeitig beim Vater und einem Großelternteil gemeldet ist, dem Vater zu. Für die Zustimmungserklärung halten die Gemeinde und das Finanzamt besondere Vordrucke bereit. Eine für 2001 erteilte Zustimmung kann nur vor Beginn dieses Jahres gegenüber der Gemeinde oder dem Finanzamt widerrufen werden. Mehrere Kinder, die bei beiden Elternteilen oder einem Elternteil und einem Großelternteil gemeldet sind, können nur einheitlich zugeordnet werden.

Beispiele:

  • Geschiedene Ehegatten haben zwei Kinder. Die Kinder sind in der Wohnung der Mutter in Berlin gemeldet. Auf der Lohnsteuerkarte der Mutter wird deshalb die Steuerklasse II eingetragen. Der Vater erhält eine Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse I, und zwar auch dann, wenn für die Mutter keine Lohnsteuerkarte ausgestellt wird.
  • Dauernd getrennt lebende Ehegatten haben ein Kind. Das Kind ist bis März 2001 in der Wohnung des Vaters in München gemeldet. Am 1. April 2001 zieht das Kind zur Mutter nach Köln und wird nun dort mit Wohnung gemeldet. Beide Elternteile erfüllen im Kalenderjahr ihre Unterhaltsverpflichtung und haben damit Anspruch auf die Kinderfreibetragszahl 0,5. Da das Kind zu Beginn des Kalenderjahrs 2001 beim Vater mit Wohnung gemeldet war, erhält der Vater für das ganze Jahr 2001 die Steuerklasse II; auf der Lohnsteuerkarte der Mutter wird für das ganze Jahr 2001 die Steuerklasse I bescheinigt.
  • In nichtehelicher Gemeinschaft lebende Eltern haben zwei Kinder, die in ihrer gemeinsamen Wohnung in Hamburg gemeldet sind. Die Eltern erfüllen ihre Unterhaltsverpflichtung und haben damit jeweils Anspruch auf die Kinderfreibetragszahl 1,0. Aufgrund der Zuordnungsregelung erhält grundsätzlich die Mutter die Steuerklasse II. Der Vater kann die Steuerklasse II anstelle der Mutter nur mit deren Zustimmung erhalten.
  • Für ein Kind geschiedener Ehegatten, das am auswärtigen Studienort mit Hauptwohnung und bei keinem Elternteil mit Nebenwohnung gemeldet ist, kann keinem Elternteil die Steuerklasse II bescheinigt werden.

Steuerklasse III

gilt für verheiratete Arbeitnehmer, wenn beide Ehegatten im Inland wohnen, nicht dauernd getrennt leben und der Ehegatte des Arbeitnehmers keinen Arbeitslohn bezieht oder Arbeitslohn bezieht und in die Steuerklasse V eingereiht wird. Verwitwete Arbeitnehmer gehören nur dann in Steuerklasse III, wenn der Ehegatte nach dem 31. Dezember 1999 verstorben ist, beide am Todestag im Inland gewohnt und nicht dauernd getrennt gelebt haben.

Steuerklasse IV

gilt für verheiratete Arbeitnehmer, wenn beide Ehegatten Arbeitslohn beziehen, im Inland wohnen und nicht dauernd getrennt leben.

Steuerklasse V

tritt für einen der Ehegatten an die Stelle der Steuerklasse IV, wenn der andere Ehegatte in die Steuerklasse III eingereiht wird. Siehe hierzu die folgenden Abschnitte.

Steuerklasse VI

ist auf der zweiten oder weiteren Lohnsteuerkarte von Arbeitnehmern zu bescheinigen, die nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen. Diese Lohnsteuerkarte sollten Sie dem Arbeitgeber vorlegen, von dem Sie den niedrigeren Arbeitslohn (gekürzt um etwaige Freibeträge) beziehen.

Steuerklassenwahl

Bezieht auch der Ehegatte Arbeitslohn, so müssen Sie zunächst wissen, dass Ehegatten grundsätzlich gemeinsam besteuert werden, weil das für sie günstiger ist. Beim Lohnsteuerabzug eines Arbeitnehmers kann aber nur dessen eigener Arbeitslohn zugrunde gelegt werden. Die Arbeitslöhne beider Ehegatten können erst nach Ablauf des Jahres zusammengeführt werden. Erst dann ergibt sich die zutreffende Jahressteuer. Es lässt sich deshalb nicht vermeiden, dass im Laufe des Jahres zu viel oder zu wenig Lohnsteuer einbehalten wird. Um dem Jahresergebnis möglichst nahe zu kommen, stehen den Ehegatten zwei Steuerklassenkombinationen zur Wahl: Die Steuerklassenkombination IV/IV geht davon aus, dass die Ehegatten gleich viel verdienen. Die Steuerklassenkombination III/V ist so gestaltet, dass die Summe der Steuerabzugsbeträge für beide Ehegatten in etwa der gemeinsamen Jahressteuer entspricht, wenn der in Steuerklasse III eingestufte Ehegatte 60 v.H., der in Steuerklasse V eingestufte Ehegatte 40 v.H. des gemeinsam zu versteuernden Einkommens erzielt. Das hat zur Folge, dass der Steuerabzug bei der Steuerklasse V verhältnismäßig höher ist als bei den Steuerklassen III und IV. Dies beruht auch darauf, dass in der Steuerklasse V der für das Existenzminimum stehende Grundfreibetrag, die Vorsorgepauschale und der Sonderausgaben-Pauschbetrag nicht eingearbeitet sind. Diese werden in doppelter Höhe bei der Steuerklasse III berücksichtigt. Der Ehegatte mit der Steuerklasse V zahlt daher beim laufenden Lohnsteuerabzug einen Teil der Steuer seines Ehegatten mit. Möchten Sie aus diesem Grunde keine Einstufung in Steuerklasse V, so sollten Sie die Steuerklassenkombination IV/IV wählen.

Was ist besser: IV/IV oder III/V?

Darauf gibt es keine allgemein gültige Antwort. Die Frage lässt sich letzten Endes nur nach Ihren persönlichen Verhältnissen entscheiden. Möchten Sie erreichen, dass Ihnen im Laufe des Jahres möglichst wenig Lohnsteuer einbehalten wird, prüfen Sie am besten anhand der Lohnsteuertabellen, bei welcher Steuerklassenkombination sich insgesamt der geringste Steuerabzug ergibt. Ihr Finanzamt wird Ihnen dabei gern helfen. Durch die Steuerklassenwahl können Sie auch darauf Einfluss nehmen, ob sich nach Ablauf des Jahres eine Steuererstattung oder Steuernachzahlung ergibt. Bei der Steuerklassenkombination III/V besteht die Pflicht zur Einkommensteuerveranlagung, wobei zu wenig oder zu viel gezahlte Steuern ausgeglichen werden. Bei der Steuerklassenkombination IV/IV können Sie zur Erstattung überzahlter Steuern die Veranlagung zur Einkommensteuer beantragen. Wenn Sie zur Einkommensteuer veranlagt werden und mit einer Nachzahlung zu rechnen ist, kann das Finanzamt allerdings im Hinblick auf die voraussichtliche Einkommensteuerschuld Einkommensteuer-Vorauszahlungen fest-setzen. Dadurch kann ein aufgrund Ihrer Steuerklassenwahl zu geringer Lohnsteuerabzug bereits im Laufe des Jahres korrigiert werden. Eine Steuernachzahlung wird jedoch in der Regel vermieden, wenn Sie die Steuerklassen IV/IV wählen. Eines muss aber herausgestellt werden: Die im Laufe des Jahres einbehaltene Lohnsteuer besagt nichts über die Höhe der zutreffenden Jahressteuer. Die Jahressteuer wird auch nicht durch die Steuerklassenwahl beeinflusst. Denken Sie bitte daran, dass die Steuerklassenkombination auch die Höhe von Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder die Höhe des Lohnanspruchs bei der Altersteilzeit beeinflussen kann. Wenn Sie damit rechnen, in absehbarer Zeit Lohnersatzleistungen in Anspruch nehmen zu müssen, oder solche bereits beziehen bzw. in Altersteilzeit gehen, sollten Sie sich bei dem zuständigen Träger der Lohnersatzleistungen bzw. bei Ihrem Arbeitgeber über die Auswirkungen eines Steuerklassenwechsels informieren.

Wechsel der Steuerklassenkombination bei Ehegatten

Sind Sie und Ihr Ehegatte bisher schon beide als Arbeitnehmer tätig, so trägt die Gemeinde auf Ihren Lohnsteuerkarten die Steuerklasse ein, die auf Ihren Lohnsteuerkarten 2000 bescheinigt war. Diese Steuerklasseneintragung können Sie vor dem 1. Januar 2001 von der Gemeinde, die die Lohnsteuerkarten ausgestellt hat, ändern lassen. Einen Steuerklassenwechsel im Laufe des Jahres 2001 können Sie bei der Gemeinde einmal, und zwar spätestens bis zum 30. November 2001 beantragen. Den Antrag müssen Sie mit Ihrem Ehegatten gemeinsam stellen; er muss von Ihnen beiden unterschrieben werden. Fügen Sie auch bitte beide Lohnsteuerkarten bei. Wird der Antrag mündlich bei der Gemeinde nur von einem Ehegatten gestellt, kann die Gemeinde einen gemeinsamen Antrag beider Ehegatten unterstellen, wenn beide Lohnsteuerkarten vorgelegt werden. In den Fällen, in denen im Laufe des Jahres 2001 ein Ehegatte aus dem Dienstverhältnis ausscheidet oder verstirbt, können Sie bei der Gemeinde bis zum 30. November 2001 auch noch ein weiteres Mal den Steuerklassenwechsel beantragen. Das Gleiche gilt, wenn Sie oder Ihr Ehegatte nach vorangegangener Arbeitslosigkeit wieder ein Dienstverhältnis eingehen, oder wenn Sie sich von Ihrem Ehegatten im Laufe des Jahres auf Dauer getrennt haben. Der Steuerklassenwechsel kann nur mit Wirkung vom Beginn des auf die Antragstellung folgenden Monats vorgenommen werden.

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Kinder auf der Lohnsteuerkarte

Im laufenden Jahr wird nur Kindergeld gezahlt. Kinderfreibeträge und die neuen Betreuungsfreibeträge sind bei der Berechnung der Lohnsteuer - mit Ausnahme der Kinder- und Betreuungsfreibeträge in Sonderfällen - nicht zu berücksichtigen. Die Kinderfreibeträge wirken sich jedoch nach wie vor auf die Höhe des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer aus. Damit der Arbeitgeber diese Abzugsbeträge richtig berechnen kann, wird auf der Lohnsteuerkarte weiterhin die Zahl der Kinderfreibeträge bescheinigt.

Kinder sind

  • leibliche Kinder (sofern das Verwandtschaftsverhältnis mit Ihnen nicht durch Adoption erloschen ist) und Adoptivkinder sowie
  • Pflegekinder (dazu gehören nicht Kostkinder, die aus finanziellen Gründen aufgenommen worden sind).

Jedes Kind wird auf der Lohnsteuerkarte mit dem Zähler 0,5 berücksichtigt. Der Zähler erhöht sich auf 1,

  • wenn die im Inland wohnenden leiblichen Eltern oder Pflegeeltern eines Kindes miteinander verheiratet sind und nicht dauernd getrennt leben.
  • wenn nicht dauernd getrennt lebende und im Inland wohnende Ehegatten ein Kind gemeinsam angenommen (adoptiert) haben,
  • wenn der andere leibliche Elternteil oder Adoptivelternteil eines Kindes vor dem Beginn des Kalenderjahrs 2001 verstorben ist,
  • wenn der Arbeitnehmer das Kind nur allein angenommen (adoptiert) hat,
  • wenn es sich um ein Pflegekind handelt und das Pflegekindschaftsverhältnis nur zum Arbeitnehmer besteht,
  • wenn der Wohnsitz des anderen Elternteils nicht zu ermitteln ist,
  • wenn der Vater des Kindes amtlich nicht feststellbar ist, z. B. weil die Mutter den Namen des Vaters nicht bekannt gegeben hat, oder
  • wenn der andere Elternteil während des gesamten Jahres 2001 im Inland weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Steht bei einem im Inland lebenden Elternpaar jedem Elternteil nur der Zähler 0,5 zu, so kann er den Zähler des anderen Elternteils auf sich übertragen lassen, wenn voraussichtlich nur er, nicht jedoch der andere Elternteil seiner Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind für das Kalenderjahr im Wesentlichen, das heißt mindestens zu 75 v.H. nachkommt.

Die Kinderfreibetragszahl kann auch auf einen Stiefelternteil oder auf Großeltern übertragen werden, wenn sie das Kind in ihrem Haushalt aufgenommen haben. Für diese Fälle hält das Finanzamt einen besonderen Vordruck (Anlage K) bereit. Auf der Lohnsteuerkarte wird die Zahl der Kinderfreibeträge nur bei den Steuerklassen I - IV bescheinigt. Die Summe der Zähler wird auf der Lohnsteuerkarte als "Zahl der Kinderfreibeträge" eingetragen. Kinder im Ausland werden bei der Kinderfreibetragszahl nur berücksichtigt, wenn die dortigen Verhältnisse in etwa denen im Inland entsprechen.

Kinder unter 18 Jahren

Im Inland ansässige Kinder, die am 1. Januar 2001 das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, d.h. die nach dem 1. Januar 1983 geboren sind, werden grundsätzlich von der Gemeinde auf der Lohnsteuerkarte berücksichtigt.

Ausnahmen: s. unter Pflegekinder. Ist die von der Gemeinde für Kinder unter 18 Jahren bescheinigte Kinderfreibetragszahl niedriger als es den tatsächlichen Verhältnissen zu Beginn des Kalenderjahrs entspricht, wird die Eintragung auf Ihren Antrag hin von der Gemeinde geändert. Beantragen Sie die Berücksichtigung eines im Inland ansässigen Kindes unter 18 Jahren, das nicht bei Ihnen mit Wohnung gemeldet ist, müssen Sie Ihrem Antrag eine steuerliche Lebensbescheinigung für dieses Kind beifügen. Die steuerliche Lebensbescheinigung fordern Sie bitte von der Gemeinde an, in der das Kind gemeldet ist. Fügen Sie bitte geeignete Unterlagen bei, aus denen die Gemeinde erkennen kann, dass es sich um Ihr Kind handelt. Mit Ihrem Antrag stellen Sie zugleich sicher, dass das betreffende Kind bei der Ausstellung der Lohnsteuerkarten für die Folgejahre von der Gemeinde von Amts wegen zutreffend berücksichtigt werden kann, solange die steuerliche Lebensbescheinigung nicht älter als 3 Jahre ist. Können Sie für ein Kind unter 18 Jahren, das bei Ihnen nicht gemeldet ist, keine Lebensbescheinigung beibringen, weil Sie z.B. den Aufenthaltsort Ihres Kindes nicht kennen, richten Sie bitte den Antrag auf Berücksichtigung dieses Kindes an das für Sie zuständige Finanzamt. Das Gleiche gilt,

  • wenn Sie die Eintragung der vollen Kinderfreibetragszahl beantragen, weil der Wohnsitz des anderen Elternteils nicht zu ermitteln ist oder weil der Vater des Kindes amtlich nicht feststellbar ist ,
  • wenn Sie die Eintragung der vollen Kinderfreibetragszahl beantragen, weil der andere Elternteil voraussichtlich während des ganzen Kalenderjahrs im Inland weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt hat, oder
  • wenn Sie die Übertragung der Kinderfreibetragszahl beantragen,
  • wenn Sie einen Kinderfreibetrag für ein im Ausland ansässiges Kind beantragen.

Kinder über 18 Jahre

Kinder, die am 1. Januar 2001 das 18. Lebensjahr vollendet haben (d.h. Kinder, die vor dem 2. Januar 1983 geboren sind), werden auf Antrag durch das Finanzamt auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Berücksichtigt werden z.B.

  • bis zum vollendeten 21. Lebensjahr: arbeitslose Kinder;
  • bis zum vollendeten 27. Lebensjahr: Kinder, die für einen Beruf ausgebildet werden (darunter ist auch die Schulausbildung zu verstehen) oder die eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen können, oder die sich in einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von höchstens vier Monaten befinden oder die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr leisten oder ie den Europäischen Freiwilligendienst leisten;
  • über das 21. oder 27. Lebensjahr hinaus: Kinder, die arbeitslos sind bzw. für einen Beruf ausgebildet werden oder sich in einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von höchstens vier Monaten befinden und den gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst geleistet haben oder die sich freiwillig für eine Dauer von nicht mehr als drei Jahren zum Wehrdienst verpflichtet haben oder die eine vom gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst befreiende Tätigkeit als Entwicklungshelfer ausgeübt haben, für die Dauer dieser Dienste, höchstens für die Dauer des inländischen gesetzlichen Grundwehr- oder Zivildienstes.

Über 18 Jahre alte Kinder, deren Einkünfte und Bezüge mehr als 14 040 DM im Kalenderjahr betragen, werden grundsätzlich nicht berücksichtigt. Ist ein Kind nicht während des gesamten Kalenderjahrs zu berücksichtigen, wird dieser Betrag anteilig gekürzt. Einkünfte und Bezüge, die auf Kalendermonate entfallen, für die das Kind nicht zu berücksichtigen ist, bleiben außer Ansatz.

Behinderte Kinder

Über 18 Jahre alte Kinder, die wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, können ebenfalls auf Antrag vom Finanzamt auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden. Dies gilt auch für Kinder, die älter als 27 Jahre sind, wenn die Behinderung vor Vollendung des 27. Lebensjahrs eingetreten ist. Wegen der Übertragung des dem Kind zustehenden Behinderten-Pauschbetrags auf die Eltern.

Pflegekinder

Pflegekinder werden auf Antrag und nur durch das Finanzamt auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Als Ihr Pflegekind ist ein Kind anzuerkennen, das mit Ihnen durch eine familienähnliche, auf längere Dauer angelegte Beziehung verbunden ist und das Sie in Ihrem Haushalt aufgenommen haben. Voraussetzung ist ferner, dass das Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den leiblichen Eltern nicht mehr besteht und Sie das Kind mindestens zu einem nicht unwesentlichen Teil auf Ihre Kosten unterhalten.

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Was fällt unter die 1200-DM-Grenze?

Werbungskosten

Das sind Aufwendungen, die Sie zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung Ihres Arbeitslohns machen, also Aufwendungen, die durch den Beruf veranlasst sind. Insbesondere handelt es sich hierbei um

  • Beiträge zu Berufsverbänden (z.B. Gewerkschaftsbeiträge),
  • Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, soweit Ersatzleistungen des Arbeitgebers nicht pauschal versteuert oder steuerfrei ersetzt werden, Reisekosten,
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel (z.B. Fachliteratur, Werkzeuge, typische Berufskleidung),
  • Aufwendungen für eine berufliche Fortbildung,
  • Mehraufwendungen wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung. Der Abzug der Verpflegungsmehraufwendungen ist auf die ersten drei Monate und der Abzug der Kosten für Unterkunft und Familienheimfahrten auf die ersten zwei Jahre einer Beschäftigung am selben Ort beschränkt. Nach Ablauf der zwei Jahre können Familienheimfahrten als Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte geltend gemacht werden.

Es können aber nur die Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden, die nicht vom Arbeitgeber oder von anderer Seite steuerfrei ersetzt worden sind.

Außergewöhnliche Belastungen

Das sind z.B. Krankheitskosten, Kosten bei Sterbefällen, soweit sie den Wert des Nachlasses übersteigen, Kosten der Wiederbeschaffung von lebensnotwendigen Gegenständen (z. B. Hausrat und Kleidung), die durch ein unabwendbares Ereignis (z.B. Brand, Hochwasser) verloren wurden, die Kosten der Ehescheidung, aber nicht Mehraufwendungen für Diätverpflegung. Behinderte mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 oder mindestens 70 und Merkzeichen "G" im Ausweis können auch - neben dem Behinderten-Pauschbetrag - Kfz-Aufwendungen für behinderungsbedingte Fahrten im angemessenen Umfang als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Als angemessen wird im Allgemeinen ein Aufwand für Fahrten bis zu 3000 km jährlich unter Berücksichtigung eines Kilometersatzes von 0,52 DM angesehen. Bei Behinderten mit den Merkzeichen "aG" oder "Bl" oder "H" können - neben dem Behinderten-Pauschbetrag - Kfz-Aufwendungen außer für behinderungsbedingt unvermeidbare Fahrten auch für Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten in angemessenem Umfang eine außergewöhnliche Belastung sein. Die tatsächliche Fahrleistung ist nachzuweisen oder glaubhaft zumachen. Eine Gesamtfahrleistung für behinderungsbedingt unvermeidbare und andere Fahrten von mehr als 15000 km jährlich ist in aller Regel nicht angemessen. Ein höherer Aufwand als 0,52 DM je gefahrenen Kilometer kann nicht berücksichtigt werden.

Die genannten außergewöhnlichen Belastungen wirken sich jedoch steuerlich nur dann aus, wenn die Aufwendungen einen bestimmten Prozentsatz Ihrer Einkünfte - die "zumutbare Belastung" - überschreiten

Außerdem sind als außergewöhnliche Belastungen noch die Aufwendungen steuerlich abziehbar, die in den nachstehenden Sonderfällen entstehen. Auf diese Aufwendungen wird die "zumutbare Belastung" nicht angerechnet; die berücksichtigungsfähigen Aufwendungen sind jedoch auf bestimmte Höchstbeträge begrenzt. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fälle:

Unterhalten Sie bedürftige Angehörige?

Unterhalten Sie bedürftige Angehörige, für die Sie und andere Personen weder Kindergeld noch einen Kinder- oder Betreuungsfreibetrag erhalten und die Ihnen gegenüber gesetzlich unterhaltsberechtigt sind, z.B. Eltern, Großeltern und Kinder, können Sie Aufwendungen für jede unterhaltene Person bis zu 14 040 DM*) jährlich geltend machen. Werden andere Personen unterhalten, können die Aufwendungen nur berücksichtigt werden, soweit bei der unterhaltenen Person zum Unterhalt bestimmte öffentliche Mittel (z.B. Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe) mit Rücksicht auf Ihre Unterhaltsleistungen gekürzt worden sind. Unterhaltsleistungen an Ihren geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten sind als außergewöhnliche Belastung nur abziehbar, wenn dafür nicht der Sonderausgabenabzug beantragt wird (Seite 17). Unterhaltsleistungen an den nicht dauernd getrennt lebenden Ehegatten sind nur abziehbar, wenn dieser während des gesamten Jahres im Ausland ansässig ist.

Der Höchstbetrag von 14 040 DM *) vermindert sich um die eigenen Einkünfte und Bezüge der unterhaltenen Person, die zur Bestreitung des Unterhalts bestimmt oder geeignet sind, soweit diese 1200 DM *) im Kalenderjahr übersteigen, sowie um die von der unterhaltenen Person als Ausbildungshilfe aus öffentlichen Mitteln oder von Förderungseinrichtungen, die hierfür öffentliche Mittel erhalten, bezogenen Zuschüsse. Darlehensweise gewährte Leistungen werden nicht angerechnet.

*) Ist die unterhaltene Person/das Kind im Ausland ansässig, so können um 1/3 oder 2/3 verminderte Beträge in Betracht kommen.

Ausbildungsfreibeträge

Wegen der Aufwendungen für die Berufsausbildung Ihres Kindes, für das Sie Kindergeld erhalten, oder das bei der auf der Lohnsteuerkarte bescheinigten Kinderfreibetragszahl berücksichtigt ist, wird auf Antrag ein Ausbildungsfreibetrag abgezogen.

Unter Berufsausbildung ist auch die Schulausbildung zu verstehen.

Als Ausbildungsfreibeträge kommen in Betracht:

  • für ein Kind, das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, 1800 DM *) jährlich, wenn das Kind auswärtig untergebracht ist;
  • für ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, jährlich 2400 DM *) . Der Freibetrag erhöht sich auf 4200 DM *) jährlich, wenn das Kind auswärtig untergebracht ist.

Die Ausbildungsfreibeträge vermindern sich jeweils um die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes, die zur Bestreitung seines Unterhalts oder seiner Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind, soweit diese 3600 DM *) im Kalenderjahr übersteigen, sowie um die vom Kind als Ausbildungshilfe aus öffentlichen Mitteln oder von Förderungseinrichtungen, die hierfür öffentliche Mittel erhalten, bezogenen Zuschüsse. Darlehensweise gewährte Leistungen werden nicht angerechnet.

Bei geschiedenen oder verheirateten, aber dauernd getrennt lebenden Eltern wird grundsätzlich der Ausbildungsfreibetrag jedem Elternteil, dem Aufwendungen für die Berufsausbildung des Kindes entstehen, zur Hälfte zuerkannt; das Gleiche gilt bei Eltern nichtehelicher Kinder. Auf gemeinsamen Antrag des Elternpaares ist eine andere Aufteilung möglich. Wenn der andere Elternteil nicht im Inland lebt oder verstorben ist, kann der Ausbildungsfreibetrag in voller Höhe auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden.

*) Ist das Kind im Ausland ansässig, so können um 1/3 oder 2/3 verminderte Beträge in Betracht kommen.

Haben Sie eine Hilfe im Haushalt?

Aufwendungen für die Beschäftigung einer Hilfe im Haushalt werden bis zumm Höchstbetrag von 1200/1800 DM jährlich unter folgenden Voraussetzungen steuerlich anerkannt:

  • Der Arbeitnehmer oder sein von ihm nicht dauernd getrennt lebender Ehegatte hat das 60. Lebensjahr vollendet (bis zu 1200 DM),
  • die Beschäftigung einer Hilfe im Haushalt ist wegen Krankheit des Arbeitnehmers oder seines von ihm nicht dauernd getrennt lebenden Ehegatten oder eines zu seinem Haushalt gehörenden Kindes, das bei der auf der Lohnsteuerkarte bescheinigten Kinderfreibetragszahl berücksichtigt ist, oder einer anderen von ihm unterhaltenen, zum Haushalt gehörenden Person erforderlich (bis zu 1200 DM),
  • eine der genannten Personen ist nicht nur vorübergehend hilflos (Merkzeichen "H" im Schwerbehindertenausweis oder Pflegestufe III) oder schwer behindert (bis zu 1800 DM). Eine schwere Behinderung in diesem Sinne liegt vor, wenn der Grad der Behinderung mindestens 45 beträgt.

Außer Betracht bleiben Aufwendungen, soweit sie als Sonderausgaben abgezogen werden können.

Wenn Sie eine Hilfe im Haushalt beschäftigen, denken Sie bitte daran, dass diese auch bei nur stundenweisem Einsatz regelmäßig im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses tätig wird und Sie deshalb die lohnsteuerlichen Arbeitgeberpflichten wahrzunehmen haben. Nähere Auskünfte erteilt Ihr Finanzamt.

Heim- oder Pflegeunterbringung

Sind Sie oder Ihr von Ihnen nicht dauernd getrennt lebender Ehegatte in einem Heim (z.B. Altenheim) oder dauernd zur Pflege untergebracht, so können Aufwendungen für die Unterbringung bis zu 1200 DM jährlich (bei Heim-unterbringung ohne Pflegebedürftigkeit) bzw. 1800 DM jährlich (bei Unterbringung zur dauernden Pflege) als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden, wenn in den Aufwendungen für die Unterbringung Kosten für Dienstleistungen enthalten sind, die mit denen einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind.

Pauschbetrag für Pflegepersonen

Wenn Sie eine hilflose Person (Merkzeichen "H" im Schwerbehindertenausweis oder Pflegestufe III) in Ihrem oder deren Haushalt persönlich pflegen, kann Ihnen für die entstehenden Aufwendungen ein Pauschbetrag von 1800 DM gewährt werden, wenn Sie dafür keine Einnahmen erhalten. Bei der Pflege von anderen Personen als Angehörigen gilt das nur in Ausnahmefällen.

Höhere Aufwendungen können Sie als außergewöhnliche Belastung geltend machen, allerdings unter Anrechnung einer zumutbaren Belastung und soweit sie nicht ggf. als Sonderausgaben abgezogen werden können.

Freibetragskürzungen

Bei den erwähnten Frei-, Pausch- bzw. Höchstbeträgen für

  • den Unterhalt bedürftiger Angehöriger
  • die Aufwendungen für die Ausbildung von Kindern,
  • die Beschäftigung einer Hilfe im Haushalt,
  • die Heim- oder Pflegeunterbringung

handelt es sich um Jahresbeträge. Liegen die Voraussetzungen für ihre Inanspruchnahme nicht das ganze Jahr über vor, kann nur ein zeitanteilig gekürzter Frei-, Pausch- bzw. Höchstbetrag berücksichtigt werden.

Wie berechnet man die Antragsgrenze?

Ob Sie für Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen im Hinblick auf die Grenze von 1200 DM einen Antrag auf Steuerermäßigung stellen können, sollen Ihnen die nachstehenden Beispiele zeigen.

Beispiele:

  • Ein Arbeitnehmer fährt täglich mit seinem PKW zur Arbeitsstätte. Die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beträgt 15 km. Der PKW wird an 220 Arbeitstagen benutzt. Daraus ergeben sich abziehbare Werbungskosten von 2310 DM (15 km x km-Pauschbetrag 0,70 DM x 220 Tage). Außerdem zahlt der Arbeitnehmer Kirchensteuer von jährlich 900 DM. Von den Werbungskosten werden für die Antragsgrenze nur 310 DM (2310 DM - 2000 DM Arbeitnehmer-Pauschbetrag) berücksichtigt. Hinzu kommt die Kirchensteuer. Es ergeben sich 1210 DM (310 DM + 900 DM); der Arbeitnehmer kann also einen Antrag auf Steuerermäßigung stellen.
  • Ein Arbeitnehmer fährt an 215 Arbeitstagen mit seinem PKW zu seiner 13 km entfernten Arbeitsstätte. Als Aufwendungen können 1957 DM (13 km x 0,70 DM x 215 Tage) steuerlich geltend gemacht werden. An Kirchen-steuer zahlt der Arbeitnehmer 550 DM jährlich. Außerdem musste er aus einer Zahnarztrechnung einen Kostenanteil von 600 DM selbst bezahlen. Die Fahrtaufwendungen bleiben in diesem Fall außer Betracht, da sie unter dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 2000 DM liegen. Die für die Antragsgrenze maßgebenden Aufwendungen betragen deshalb nur 1150 DM. Ein Antrag auf Steuerermäßigung kann nicht gestellt werden. Wenn aber auch der Ehegatte berufstätig ist und Werbungskosten von 2100 DM hat, so erhöhen sich die Aufwendungen von 1150 DM um (2100 DM - 2000 DM =) 100 DM auf insgesamt 1250 DM; in diesem Fall können die Ehegatten einen Antrag auf Steuerermäßigung stellen.

Bitte beachten Sie, dass Ihre Aufwendungen für Werbungskosten und Sonderausgaben sowie die außergewöhnlichen Belastungen nicht in voller Höhe als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden. In der Lohnsteuertabelle ist nämlich bereits für Werbungskosten der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 2000 DM und für Sonderausgaben neben der Vorsorgepauschale ein Pauschbetrag von 108 DM, bei Ehegatten 216 DM, eingearbeitet.

Aufwendungen für Werbungskosten und Sonderausgaben werden deshalb nur insoweit als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, als sie im Kalenderjahr die Pauschbeträge übersteigen. Wenn bei den außergewöhnlichen Belastungen die zumutbare Belastung zu berücksichtigen ist, werden die Aufwendungen nur insoweit als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, als sie die zumutbare Belastung übersteigen.

Im ersten Beispiel ergibt sich ein Freibetrag für Werbungskosten von (2310 DM - 2000 DM =) 310 DM und für Sonderausgaben von (900 DM -108 DM =) 792 DM, insgesamt also ein Freibetrag von 1102 DM. Im Übrigen müssen Ehegatten, die beide Arbeitslohn beziehen, ihre Werbungskosten getrennt angeben. Eine Steuerermäßigung wegen erhöhter Werbungskosten ergibt sich nur dann, wenn die Werbungskosten des einzelnen Ehegatten 2000 DM überschreiten. Eine Steuerermäßigung wegen erhöhter Sonderausgaben ergibt sich bei Ehegatten nur dann, wenn die zusammengerechneten Sonderausgaben der Ehegatten 216 DM jährlich überschreiten.

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Diese Beträge können ohne Rücksicht auf die Grenze von 1200 DM eingetragen werden:

Freibetrag bei Steuerklasse VI

Arbeitnehmer, die Arbeitslohn aus mehreren Dienstverhältnissen nebeneinander beziehen, können auf der Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse VI einen Freibetrag eintragen lassen, wenn für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn aus dem ersten Dienstverhältnis nach der Jahreslohnsteuertabelle noch keine Lohnsteuer anfällt. In gleicher Höhe wird auf der Lohnsteuerkarte für das erste Dienstverhältnis (Steuerklassen I bis V) jedoch ein Hinzurechnungsbetrag eingetragen, der ggf. mit einem auf dieser Lohnsteuerkarte bereits eingetragenen oder noch einzutragenden Freibetrag zu verrechnen ist. Wer vermeiden möchte, dass durch den korrespondierenden Hinzurechnungsbetrag vom Arbeitslohn aus dem ersten Dienstverhältnis Lohnsteuer zu erheben ist, sollte den Freibetrag begrenzen, und zwar auf die Differenz zwischen dem Arbeitslohn aus dem ersten Dienstverhältnis und dem Betrag, bei dem unter Berücksichtigung der maßgebenden Steuerklasse für dieses Dienstverhältnis erstmals Lohnsteuer anfallen würde.

Pauschbeträge für Behinderte und Hinterbliebene

Behinderten wird unter bestimmten Voraussetzungen ein Pauschbetrag gewährt, der nach dem Grad der Behinderung gestaffelt ist. Er beträgt bei einem Grad der Behinderung von

25 und 30:600 DM 65 und 70: 1740 DM
35 und 40: 840 DM 75 und 80: 2070 DM
45 und 50: 1110 DM 85 und 90: 2400 DM
55 und 60: 1410 DM 95 und 100: 2760 DM

Behinderten mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 25 steht der entsprechende Pauschbetrag nur unter folgenden weiteren Voraussetzungen zu:

  • Wenn wegen der Behinderung ein gesetzlicher Anspruch auf Rente (z.B. Unfallrente, nicht aber aus der gesetzlichen Rentenversicherung) oder
  • andere laufende Bezüge besteht oder
  • die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat oder auf einer typischen Berufskrankheit beruht.

Blinde sowie dauernd hilflose Behinderte erhalten einen Pauschbetrag von 7200 DM jährlich. Die Merkmale "blind" und "hilflos" sind durch einen Schwerbehindertenausweis, der mit dem Merkzeichen "Bl" oder "H" gekennzeichnet ist oder durch einen Bescheid über die Einstufung in Pflegestufe III nachzuweisen.

Der Pauschbetrag für Hinterbliebene beträgt 720 DM jährlich. Hinterbliebene sind Personen, denen laufende Hinterbliebenenbezüge bewilligt worden sind, z.B. nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Prüfen Sie bitte, ob auf Ihrer Lohnsteuerkarte der richtige Pauschbetrag eingetragen ist. Stehen die Pauschbeträge dem Ehegatten oder einem Kind des Arbeitnehmers zu, für das er Kindergeld erhält oder das bei der auf der Lohnsteuerkarte bescheinigten Kinderfreibetragszahl berücksichtigt ist, und nehmen diese Personen den Pauschbetrag nicht in Anspruch, so kann er auf der Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers eingetragen werden. Der einem Kind zustehende Pauschbetrag wird grundsätzlich auf beide Elternteile zur Hälfte übertragen. Auf gemeinsamen Antrag der Eltern ist eine andere Aufteilung möglich. Ist ein Elternteil verstorben oder lebt er nicht im Inland, kann der Pauschbetrag in voller Höhe auf die Lohnsteuerkarte des anderen Elternteils übertragen werden.

Freibeträge für Kinder in Sonderfällen

Hat ein Arbeitnehmer ein Kind, das auf seiner Lohnsteuerkarte in der Kinderfreibetragszahl zu berücksichtigen wäre, für das aber weder er noch ein anderer Kindergeld oder vergleichbare Leistungen erhält, so werden der Kinderfreibetrag und ggf. der Betreuungsfreibetrag auf Antrag als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Ist das Kind im Ausland ansässig, so können um 1/3 oder 2/3 verminderte Beträge in Betracht kommen.

Haben Sie Wohneigentum oder negative Einkünfte?

Dann können die bei steuerlicher Förderung in Betracht kommenden Abzugsbeträge, bei Bauantrag/Kaufvertrag vor dem 1.1.1999 bestimmte Vorkosten für das Eigenheim oder die negativen Einkünfte als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden. Nähere Auskünfte erteilt hierüber Ihr Finanzamt. Für die erstmalige Antragstellung hält das Finanzamt einen besonderen Vordruck als Anlage zum Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag bereit. Die bei Bauantrag/Kaufvertrag nach dem 26.10.1995 in Betracht kommende Eigenheimzulage kann unmittelbar nach Fertigstellung bzw. Anschaffung der Wohnung und Beginn der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken beim Finanzamt beantragt werden. Eine Eintragung auf der Lohnsteuerkarte ist nicht möglich

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Freistellung bei geringfügiger Beschäftigung

Der Arbeitslohn aus geringfügiger Beschäftigung kann vom Arbeitgeber steuerfrei ausgezahlt werden, wenn

  • er den pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 12 v.H. des Arbeitslohns zu entrichten hat
  • und ihm eine Freistellungsbescheinigung für den Arbeitnehmer vorliegt. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber keine Lohnsteuerkarte vorlegen.

Die Freistellungsbescheinigung ist von dem geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer mit dem bei den Finanzämtern erhältlichen Vordruck zu beantragen. Sie kann vom Wohnsitzfinanzamt nur ausgestellt werden, wenn der Arbeitnehmer im laufenden Kalenderjahr neben dem Arbeitslohn aus der geringfügigen Beschäftigung keine anderen in der Summe positiven Einkünfte hat oder voraussichtlich haben wird. Zu den Einkünften gehören auch die Unterhaltszahlungen vom dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten, soweit der Zahlungsverpflichtete dafür den Sonderausgabenabzug in Anspruch nehmen kann. Außer Ansatz bleiben steuerfreie Einnahmen, z.B. Mutterschaftsgeld oder Wohngeld sowie bei verheirateten Arbeitnehmern die Einkünfte des Ehegatten.

Die Steuerfreiheit kann auch noch bei der Veranlagung zur Einkommensteuer berücksichtigt werden, wenn die Freistellungsbescheinigung vom Arbeitnehmer, z.B. aufgrund einer unsicheren Einkommensprognose im laufenden Kalenderjahr, nicht beantragt wurde oder das Finanzamt die Ausstellung einer Freistellungsbescheinigung zunächst abgelehnt hat.

Kann der Arbeitgeber den Arbeitslohn nicht steuerfrei auszahlen, weil die oben erläuterten Voraussetzungen nicht erfüllt sind, hat er zwei Möglichkeiten, den Lohnsteuerabzug durchzuführen: Entweder lässt sich der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte vorlegen und ermittelt die einzubehaltenden Steuerabzugsbeträge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und etwaige Kirchensteuer) anhand der hierauf eingetragenen Merkmale. Oder er erhebt die Lohnsteuer mit abgeltender Wirkung pauschal in Höhe von 20 v.H. des Arbeitslohns (zuzüglich Solidaritätszuschlag und etwaiger Kirchensteuer). Diese Pauschalierung ist allerdings nur möglich, wenn bestimmte Lohngrenzen nicht überschritten werden. Pauschal besteuerter Arbeitslohn bleibt bei der Einkommensteuerveranlagung außer Ansatz.

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Antragsveranlagung

Haben Sie etwa zu viel Lohnsteuer bezahlt?

Zum Beispiel:

  • weil Sie nicht während des ganzen Jahres in einem Dienstverhältnis gestanden haben,
  • weil für Sie und Ihren Ehegatten jeweils eine Steuerkarte mit der Steuerklasse IV ausgestellt worden ist,
  • weil Sie Aufwendungen haben, die Sie wegen der Antragsgrenze im Ermäßigungsverfahren nicht geltend machen konnten, oder
  • weil für Sie anstelle des Kindergeldes der Kinderfreibetrag und ggf. der Betreuungsfreibetrag in Betracht kommen, dann beantragen Sie bitte für das abgelaufene Jahr beim Finanzamt die Veranlagung zur Einkommensteuer. Der Antrag auf Veranlagung zur Einkommensteuer wird durch die Abgabe der Einkommensteuererklärung gestellt. Achten Sie bitte auf die nicht verlängerbare Antragsfrist (Einkommensteuerveranlagung 2000: 31.12.2002, Einkommensteuerveranlagung 2001: 31.12.2003). Einkommensteuererklärungsvordrucke mit der ausführlichen Anleitung sind nach Ablauf des Jahres beim Finanzamt kostenlos erhältlich.

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Pflichtveranlagung

In bestimmten Fällen sind Arbeitnehmer verpflichtet, nach Ablauf des Kalenderjahrs unaufgefordert eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Für die Einkommensteuererklärung 2001 gilt eine Frist bis zum 31. Mai 2002, die aber verlängert werden kann.

Die Verpflichtung besteht u.a. dann, wenn

  • Sie oder Ihr Ehegatte noch andere einkommensteuerpflichtige Einkünfte, z.B. Zinsen aus Sparguthaben oder Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen haben und die Summe dieser Einkünfte mehr als 800 DM beträgt. Bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen wird - soweit nicht höhere Aufwendungen nachgewiesen werden - ein Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe von 100 DM (Ehegatten 200 DM) und ein Sparer-Freibetrag von 3000 DM (Ehegatten 6000 DM) berücksichtigt; Renten sind bei der Ermittlung der Einkünfte nur mit dem Ertragsanteil und nach Abzug eines Werbungskosten-Pauschbetrags von insgesamt 200 DM steuerlich zu erfassen.
  • Sie oder Ihr Ehegatte steuerfreie, aber dem Progressionsvorbehalt unterliegende Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld), Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder ausländische Einkünfte von mehr als 800 DM bezogen haben,
  • das Finanzamt auf der Lohnsteuerkarte einen Freibetrag eingetragen hat. Das gilt nicht, wenn lediglich der Pauschbetrag für Behinderte oder Hinterbliebene eingetragen oder die Kinderfreibetragszahl geändert worden ist, Sie oder Ihr Ehegatte Arbeitslohn bezogen haben, der nach Steuerklasse VI besteuert worden ist, Sie und Ihr Ehegatte Arbeitslohn bezogen haben und Ihnen Lohnsteuerkarten mit der Steuerklassenkombination III/V ausgestellt worden sind, Ihnen eine Freistellungsbescheinigung wegen geringfügiger Beschäftigung ausgestellt worden ist und Sie im Laufe des Kalenderjahrs noch andere - in der Summe positive - Einkünfte erzielt haben.

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Quelle: Finanzministerium Nordrhein-Westfalen

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Personal- und Unternehmensberatung Tobias Kafurke
Letzte Aktualisierung am: 21.05.2002